27. Januar 2021 – "Meine Kinder geben meinem Leben einen Sinn"


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Eine Mutter weiss, wozu sie morgens aufsteht. Die Kinder brauchen sie und fordern ihre Aufmerksamkeit und Zuwendung. Je nach dem wie klein und unselbständig sie sind, von morgens früh bis abends spät. Es gibt Zeiten, wo eine Mutter kaum Zeit findet, aufs Klo zu gehen oder zu duschen.
Dafür braucht sie sich nie zu fragen, was jetzt ansteht, was wirklich Sinn macht.

Kinder sorgen dafür, dass immer klar ist, was als nächstes ansteht. Es gibt keine Zweifel über nächste Handlungen. Ihre Bedürfnisse geben der Mutter / beiden Elternteilen das Gefühl, unersetzbar zu sein. Eltern werden gebraucht, Mütter meist noch dringender als Väter.

Das vermittelt ein Gefühl von Sinnhaftigkeit.
Für dringend Notwendiges zu sorgen gibt einem das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
Man fühlt sich unersetzlich.
Die grundlegenden Bedürfnisse kleiner Kinder müssen zwingend erfüllt werden und die Natur hat es so eingerichtet, dass sich ein zufriedener Gesichtsausdruck einstellt, wenn ein dringendes Bedürfnis erfüllt wird.
Das ist dann das berühmte Lächeln, das einen für alle Mühen entschädigt.

Sich unersetzlich fühlen verpflichtet zwar und engt ein, vermittelt aber das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun. Kein Wunder finden Eltern "Die Kinder geben meinem Leben einen Sinn".

Logisch tun sie das. Manche meinen, daraus schliessen zu müssen, ein Leben ohne Kinder hätte keinen Sinn.

Da es für Menschen ohne Kinder meist keine so hohe Dringlichkeit gibt, bestimmte Dinge zu tun (Baby füttern, Windeln wechseln, Kind trösten, dem Kind zuhören, ihm Aufmerksamkeit schenken, etc.), fühlt sich ihr Alltag nicht automatisch sinnvoll an.
Sie können ihrem Leben selbst Sinn geben.

Und Sinn besteht nicht nur darin, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen.
Es fühlt sich auch sinnvoll an, seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Das Bedürfnis nach Ruhe, nach Schönheit, nach Liebe, nach Geborgenheit, nach berührenden Momenten, nach einer bereichernden Partnerschaft, nach erfüllter Sexualität, nach Naturgenuss, nach kreativem Wirken, nach Sicherheit. Sinn ist auch, dem achtsame Aufmerksamkeit zu schenken, was die Sinne wahrnehmen.

Natürlich kann man sich auch als OK-Mensch um die Bedürfnisse anderer kümmern, um sich dadurch einen Sinn zu geben, doch das muss nicht sein.
Es müssen nicht immer die anderen sein. Man darf auch sich selbst Gutes tun.

Und das Wahrnehmen und Erfüllen der eigenen Bedürfnisse hat einen schönen Nebeneffekt: Es macht zufrieden und ausgeglichen und somit wird man zu einem Menschen, in dessen Gesellschaft anderen wohl ist. So tut man damit letztendlich nicht nur sich selbst einen Gefallen, sondern ist eine Bereicherung für andere.


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