Wir brauchen mehr Vorbilder!

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Welche Vorbilder hast du für dein Frausein?
Das am tiefsten sitzende Vorbild für uns Mädchen war unsere Mutter.


Da können wir uns noch so dagegen sträuben, die Kindheit bringt das halt einfach so mit sich. Um diese Vorbildfunktion zu deaktivieren, müssen wir erst mal anerkennen, dass es so ist.

Vielleicht hast du eine wunderbare Mutter, liebst sie voller Wertschätzung und findest es okay, dass sie automatisch zu deinem Vorbild wurde.

Oder es regt sich Widerstand, schliesslich haben viele sich spätestens als Teenager über die Eltern genervt und gesagt: "So wie die will ich bestimmt nicht werden!"

Später entdeckt man dann, dass man doch einige Eigenschaften der Eltern übernommen hat und tut sein Bestes, jene wieder abzulegen, die uns nicht passen.

Unbewusst tragen wir also unsere Mutter als Vorbild in uns. Auf jeden Fall dann, wenn sie es war, die die meiste Zeit mit uns verbracht hat, als wir Kleinkinder waren.

Ob wir wollten oder nicht, unsere Eltern haben uns vorgelebt, was Erwachsensein bedeutet und wir haben es verinnerlicht.

Manchmal haben wir aus Protest mehr oder weniger bewusst das Gegenteil von dem getan, was sie uns vorgelebt haben.

Und trotzdem wirkt sie unterschwellig als Vorbild.
Deshalb ist unser verinnerlichtes Bild einer erwachsenen Frau eine Mutter und eben keine OK-Frau. Das konnte sie uns nicht vorleben.

Wer Glück hatte, konnte im elterlichen Umfeld die ein oder andere OK-Frau verzeichnen. Meist waren das aber Ausnahmen.
Wenn Menschen Kinder bekommen, tun sie sich wie von selbst mit ihresgleichen zusammen, dann hat man dieselben Themen. So haben die Eltern Freunde, die auch Eltern sind ...

Wo sollten wir also gelernt haben, dass es genau so okay ist, kinderlos zu bleiben?

Selbst wenn die Haltung war, dass das auch in Ordnung ist – vorgelebt haben wir es nur selten mitbekommen.

Die eigene Mutter als Vorbild für erwachsene Frau tragen wir unbewusst in uns. Sogar dann, wenn wir sie als Person ablehnen.

Gerade weil das unbewusst ist, sorgt es für Verwirrung.
"Da ist einfach irgendwie so ein Gefühl in mir, dass es eigentlich das Richtige wäre", sagt z.B. Isabelle. Sie will nämlich keine Kinder, fragt sich aber immer mal wieder, ob diese Entscheidung ein Fehler ist.

In der bewussten Auseinandersetzung erkennt sie, dass es schwierig ist, ihr eigenes Wollen von dem zu unterscheiden, was ihr unbewusst als Richtig mitgegeben wurde. Nicht nur von den eigenen Eltern, sondern auch von all den Familien im Umfeld. Kinder bekommen ist einfach die Norm. Ausserdem ist das Wort Familie äusserst positiv konnotiert, wie kann man das nicht wollen?

Das Bewusstmachen dieser Umstände hilft dabei herauszufinden, was wessen Anteile sind.

Ja, wir OK-Menschen entsprechen vielleicht nicht der Norm und sind definitiv in der Minderzahl.
Aber es gibt genug von unserer Sorte, die uns als Inspiration dienen können.

Wenn wir sie denn finden.
Sie sichtbarer machen, damit sie von OK-Frauen gefunden werden, ist mir ein Anliegen.
Deshalb habe ich auf kinderfreilos.ch die Seite Inspirationen eingerichtet.

Mehrere der Frauen, die ich für mein Buch Kinderlos bleiben? Auch OK interviewt haben, sagten: "Ich bin kein Vorbild und will auch keines sein."

Scheinbar sträubt sich in vielen etwas dagegen, ein Vorbild zu sein.
(Vielleicht verbinden wir das Wort Vorbild mit tugendhaft, korrekt – vorbildlich halt – also irgendwie nicht so sexy 😉 oder allzu perfekt "das bin ich doch nie")

Vorbilder haben wollen wir, sie fehlen uns ja, aber wir wollen keine sein.
Siehst du die Diskrepanz?

Okay, lassen wir das mit den Vorbildern ...
Und stattdessen inspirieren wir als OK-Frau oder OK-Mann andere, denen noch Vorbilder fehlen.
Machst du mit?

Eine Inspiration zu sein ist doch etwas Schönes?!
(Auch für die, die keine Vorbilder sein wollen)

Du brauchst überhaupt keine herausragenden Eigenschaften zu haben, um andere zu inspirieren.

Allein dadurch, dass du eine erwachsene Frau bist und keine Kinder hast, bist du für andere eine Inspiration. Hier kannst du andere OK-Frauen inspirieren, indem du zeigst, dass du auch eine bist.

Und hey, mit zunehmender Gleichberechtigung braucht es auch Inspirationen für OK-Männer –bisher haben sich erst 2 getraut. Änderst du das?

Erstellt am: 24. Oktober 2025

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