Offenheit schafft Verbundenheit

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Zehn Frauen, die einander nicht kennen, treffen aufeinander und verbringen zwei Stunden in regem Austausch miteinander.


Was wir nebst unserem Frausein alle gemeinsam haben, ist ein Bezug zum OK-Leben.
Die eine hat einen kinderlosen Sohn*, die andere versucht gerade herauszufinden, ob es für sie wirklich okay ist, OK zu bleiben, eine weitere hat sich schon vor Jahren dafür entschieden. Eine ist Mutter und möchte sich besser in ihre kinderlose Freundin einfühlen können.
Und die, die uns alle hier zusammengeführt hat, hat ihren unerfüllten Kinderwunsch mit ihrer Kunst verarbeitet, die um uns herum präsent ist.

Wir sind in einem der Gewächshäuser der Elfenau, wo die Quilt-Ausstellung "Lebenswerke" stattfindet. Beatrice de Wit stellt hier ihr bemerkenswertes Werk "Ohne Frucht" aus und hat Interessierte zu einem Austausch eingeladen.

Innerhalb kürzester Zeit erreichen unsere Gespräche eine verblüffende Tiefe, es entsteht eine wertschätzende Nähe. Wir zeigen unsere verletzliche Seiten, stehen offen zu Dingen, die uns beschäftigen – auch schwierige – hören einander zu und gehen miteinander in Resonanz.

Vielleicht kein Wunder vor dem Hintergrund von Beatrices Kunstwerken und ihrer eigenen Bereitschaft zur Offenheit. Gleich zu Beginn geht sie mutig voran und berührt uns, indem sie uns anvertraut, dass der Rock "Reflektion" dafür steht, wie nach jahrelanger Verdrängung Gedanken, Gefühle und Emotionen auf einmal mit grosser Wucht um hoch sprudelten.

Da sprudelt auch in den meisten von uns etwas an die Oberfläche und bahnt den Weg für Themen, mit denen die Teilnehmerinnen hergekommen sind.
Rasch ist viel gegenseitige Sympathie spürbar und berührende Offenheit lässt im Nu Verbundenheit entstehen.

"Das erlebe ich immer wieder", berichtet eine der Teilnehmerinnen in der Schlussrunde, "diese vertraute Stimmung, wenn Menschen im Zusammenhang mit dem Leben ohne eigene Kinder zusammenkommen."

* Bemerkenswertes Detail:
Am Workshop nahmen auch zwei Frauen teil, die selbst Mutter sind. Der Workshop war explizit für alle offen, die einen Bezug zum OK-Leben haben, auch wenn sie selbst Eltern sind.
Beide machten die besondere Erfahrung, dass sie in dieser Runde mal in der Minderheit waren. Ihren Abschiedsworten zu Folge haben sie sich dennoch wohl gefühlt. Auch wohl genug, um uns anzuvertrauen, was sie bzgl. kinderlosen Menschen in ihrem Umfeld beschäftigt.

Sie nehmen Einblicke mit in ein Leben, das von dem ihrigen so verschieden ist, dass sie manchmal nicht wissen, über was sie mit unsereins reden dürfen und was nicht, weil es uns verletzen oder verärgern könnte.

Mich interessiert, wie das bei dir ist:
  1. Was würdest du Leuten empfehlen, die sich diesbezüglich (siehe letzter Abschnitt) auch unsicher fühlen?
  2. Wie hast du deinen unerfüllten Kinderwunsch (falls du einen hattest) verarbeitet?


Erstellt am 4. September 2025

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